Jagdknecht Ottonen

Das 10. Jahrhundert war eine turbulente Zeit unter den Ottonen. Heinrich I. sicherte seine Herrschaft durch Kompromisse mit den Adligen und wehrte die bedrohlichen Magyaren durch Waffenstillstand, Militäraufbau und Fluchtburgen ab. Zugleich expandierte er nach Osten. Sein Nachfolger Otto I. beendete die Magyarengefahr 955 auf dem Lechfeld, was ihm den Weg zur Kaiserkrönung 962 und den Beinamen „der Große“ ebnete.

Die Gesellschaft war überwiegend agrarisch geprägt, Adel, Klerus und Stadtbevölkerung stellten eine Minderheit dar.

Die Geschichte des Jagdknechts Wilderich, inspiriert von archäologischen Funden und zeitgenössischen Quellen, gibt Einblick in diese Epoche. Wilderich, geboren in einem kleinen Dorf nahe Augsburg, wuchs als Sohn unfreier Bauern auf. Er lernte in den Wäldern die Jagd und Kräuterkunde. Seine Fähigkeiten im Umgang mit Bären und Wölfen führten ihn in den Dienst Bischof Ulrichs von Augsburg.

Als Jagdknecht bereitete er Jagden vor und half den Bauern im Allgäu, gefährliche Raubtiere zu bekämpfen. Er erlebte die Magyaren-Einfälle hautnah und verteidigte sich in Fluchtburgen. Nach der Lechfeldschlacht und den Slawenkriegen kehrte Frieden ein. Wilderich wurde Trossknecht und Jäger und fand schließlich im Hessengau ein neues Zuhause.